Die Nominierten 2025

Vorschlag 1

Förderverein Kita Pusteblume e.V., Magdeburg

Der Förderverein der Kita Pusteblume engagiert sich seit 2011 ehrenamtlich für die Förderung von rund 200 Kindern, besonders für solche aus benachteiligten Familien oder mit Migrationshintergrund. 2024 wurde ein Vorschul- und Aufenthaltsraum zur Entdeckerwerkstatt umgestaltet. Zur Sprachförderung organisierte der Verein Vorleseaktionen, verteilte Buchbeutel und stellte regelmäßig Lesematerial bereit. Zur Unterstützung der motorischen Entwicklung wurde der Sportraum mit neuen Geräten ausgestattet. In Zeiten knapper Mittel gewinnt dieses Engagement an Bedeutung, da der Verein gezielt dort unterstützt, wo staatliche Ressourcen fehlen. Drei besonders engagierte Frauen tragen aktuell maßgeblich zur Umsetzung der Projekte bei und schaffen so eine fördernde Umgebung für die Kinder.

Vorschlag 4

Tierschutzverein Inas Fellnasen-Coswig (Anh.) e.V.

„Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten ihrer Glieder verfährt“, sagte Gustav Heinemann – ein Gedanke, der beim Blick auf das Schicksal vieler Straßenkatzen in Sachsen-Anhalt aktueller denn je ist. Besonders im ländlichen Raum fehlt es an Versorgung. Ina Heilmann aus Coswig handelt: Sie richtet Futterstellen ein, versorgt herrenlose Katzen und organisiert Kastrationen. Aus ihrer privaten Initiative entstand im Mai 2024 der Verein Inas Fellnasen e.V. Besonders hervorzuheben ist der starke Rückhalt aus der Bevölkerung: Über 37 Mitglieder hat der junge Verein bereits gewonnen, mehr als 20 davon engagieren sich aktiv. Das zeigt die große Überzeugungskraft von Ina Heilmann und das Vertrauen in ihre Arbeit. Mit einem eigenen Büro ist ein wichtiger Schritt zur Professionalisierung getan. Ihr Engagement für Tierwohl und Gemeinsinn verdient Anerkennung.

Vorschlag 7

Magdeburger Laufkultur 08 e.V.

Die Magdeburger LaufKultur 08 e.V. ist ein ehrenamtlich organisierter Laufverein, der seit 2008 Freude am Laufen mit gesellschaftlichem Engagement verbindet. Durch gut organisierte Veranstaltungen bringt der Verein Menschen sportlich und sozial in Bewegung. Das Angebot reicht von Langstrecken bis Marathon, Ultras, Crossläufe, Orientierungsläufe, Staffelevents, diverse Ballsportarten, Radfahren, Kraftsport. Zu den wichtigsten Events zählen der Magdeburger Osterlauf, der Elbe-Brücken-Lauf (Teil des Elbe-Ohre-Cups) sowie der Silvesterlauf. Besonderes Augenmerk liegt auf Spendenläufen wie dem Dom-Marathon, ein Sechs-Stunden-Spendenlauf rund um den Magdeburger Dom (August 2024, 12.000 € für die „Villa Wertvoll“) oder den 24-Stunden-Läufen (2021, 2022) zugunsten von Mukoviszidose e.V. Frühere Formate wie der Kanal-Ultra (bis 2019) oder die Winterlaufserie (2021–2023) zeigen die sportliche Vielfalt. Die Läufe sind offen für alle – von Hobbyläufer:innen bis zu ambitionierten Sportler:innen – und bieten professionelle Bedingungen. LaufKultur 08 steht für Breitensport, Gemeinsinn und regionales Engagement – und ist aus Magdeburgs Lauf- und Kulturszene nicht mehr wegzudenken.

Vorschlag 10

NAJU-Kindergruppe Magdeburg

Die NAJU-Kindergruppe Magdeburg wurde im Frühjahr 2022 von NABU-Mitgliedern gegründet und bietet Kindern im Grundschulalter regelmäßig die Möglichkeit, Natur spielerisch zu erleben und ökologische Zusammenhänge zu verstehen. Die monatlichen Treffen werden von ehrenamtlichen Gruppenleiterinnen begleitet, die mit Kreativität und Begeisterung Umweltbildung alltagsnah und ohne erhobenen Zeigefinger vermitteln. Gemeinsam bauen die Kinder Insektenhotels, erkunden Tierspuren, untersuchen Gewässer, basteln für Vögel im Winter und lösen spielerisch Natur-Rätsel. Einmal im Jahr findet zudem eine stadtweite Müllsammelaktion statt. Die Gruppe fördert dabei nicht nur Umweltwissen und Nachhaltigkeitsbewusstsein, sondern auch soziale Kompetenzen, Verantwortungsgefühl und Teamfähigkeit. Gerade in der urbanen Umgebung Magdeburgs bietet sie einen wichtigen Ausgleich und ermöglicht Naturerfahrungen trotz begrenztem Zugang zu Grünflächen. Die NAJU-Gruppe steht beispielhaft für kindgerechte, inklusive und nachhaltige Umweltbildung, die ökologisches Denken mit sozialem Miteinander verbindet.

Vorschlag 13

Verein schwerstkranker Kinder und ihrer Eltern e.V., Magdeburg

Der 2006 vom Klinikpersonal der Kinderintensivstation des Universitätsklinikums Magdeburg gegründete Verein unterstützt schwer erkrankte Kinder und ihre Familien über den Klinikaufenthalt hinaus. Wenn Kinder plötzlich schwer erkranken, müssen Alltag und Versorgung neu organisiert werden – hier setzt die Arbeit des Vereins an. Neben der unmittelbaren Betreuung auf der Intensivstation steht der Verein Familien auch langfristig bei: durch Hilfe bei der Finanzierung von Spezialtherapien, Hilfsmitteln oder auch kleinen Auszeiten wie Familienausflügen. Ziel ist es, die Lebensqualität der betroffenen Kinder zu verbessern und ihre Familien emotional und praktisch zu entlasten. Der Verein organisiert zudem regelmäßige Gemeinschaftsaktionen wie Sommerfeste und Weihnachtsfeiern, die Raum für Austausch und Freude schaffen. Hilfe erfolgt stets unbürokratisch, nah an den Bedürfnissen der Betroffenen und mit großem persönlichem Engagement. Die Organisation gibt betroffenen Kindern und ihren Familien eine Stimme – empathisch, pragmatisch und nachhaltig.

Vorschlag 16

Annette Byhahn | Netzwerk Seltene Erkrankungen & Neurofibromatose Regionalgruppe Sachsen-Anhalt, Wittenberg

Annette Byhahn engagiert sich seit über 16 Jahren ehrenamtlich und mit großer Ausdauer für die Interessen von Menschen mit seltenen Erkrankungen. Aus Wittenberg heraus organisiert sie den „Tag der Seltenen Erkrankungen“ (TdSE) in Sachsen-Anhalt – eine Veranstaltung, die sich aus einer kleinen Initiative zu einem der bundesweit größten Formate dieser Art entwickelt hat. Ziel ist es, Betroffenen eine Stimme zu geben, medizinische Versorgung zu verbessern und Öffentlichkeit sowie Fachkreise für die besonderen Herausforderungen seltener Erkrankungen zu sensibilisieren. In ihrer Arbeit bringt sie Betroffene, Angehörige, Fachärzt:innen, Vertreter:innen aus Gesundheitswesen, Politik und Selbsthilfe zusammen. Dabei setzt sie auf nachhaltige Netzwerkarbeit und konkrete Lösungsansätze, etwa in Form von Podiumsdiskussionen, Info-Ständen, Workshops oder Aktionen an Schulen und Universitäten. Besonders wichtig ist ihr die Sensibilisierung des medizinischen Nachwuchses: Ein von ihr initiiertes Wandbild zu seltenen Erkrankungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg macht das Thema im Alltag von Medizinstudierenden sichtbar. Auch die von ihr koordinierte Fotoausstellung „Selten allein“ und ein wiederkehrender Kalender mit Selbsthilfegruppen leisten hier einen Beitrag. Neben der Öffentlichkeitsarbeit begleitet sie die Einrichtung von Spezialsprechstunden wie z. B. zur Neurofibromatose, initiiert Informationsreihen in verschiedenen Bundesländern und unterstützt Betroffene dabei, eigene Initiativen aufzubauen. Während der Corona-Pandemie hat sie bestehende Angebote digital fortgeführt, neue Wege der Vernetzung erschlossen und so den Austausch aufrechterhalten. All dies erfolgt ehrenamtlich und größtenteils im Hintergrund, oft von zuhause aus und ohne institutionelle Unterstützung – trotz eigener gesundheitlicher Einschränkungen. Mit ihrem Engagement hat sie maßgeblich dazu beigetragen, dass Sachsen-Anhalt heute eine der höchsten Dichten an Ansprechstellen für seltene Erkrankungen in Deutschland aufweist. Ihre Arbeit ist geprägt von Ausdauer, Fairness und der Fähigkeit, verschiedene Akteure konstruktiv zusammenzubringen.

Vorschlag 19

Sabine Hoffmann, Zahna-Elster

Sabine Hoffmann ist hauptamtlich in Teilzeit Leiterin des Jugendclubs „Zuflucht“ in Elster und engagiert sich darüber hinaus in zahlreichen sozialen Projekten. Neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit organisiert sie ehrenamtlich Ferienangebote wie das jährliche Zeltlager in Zusammenarbeit mit dem Verein „Strahlende Kinderaugen“ und bindet Jugendliche aktiv in die Vereinsarbeit ein. Ein weiterer Schwerpunkt ihres Engagements liegt in der Unterstützung geflüchteter Menschen aus der Ukraine. Im Rahmen der Sumy-Hilfe bringt sie regelmäßig Hilfsgüter direkt in die Ukraine. Vor Ort koordinierte sie unter anderem die Organisation des verpflichtenden Deutschunterrichts für ukrainische Kinder in Zahna-Elster. Auch während der Corona-Pandemie setzte sie mit kreativen Projekten Impulse für den sozialen Zusammenhalt. Ihre vielfältigen Erfahrungen bringt sie zudem als Stadträtin und Mitglied im Sozial- und Bildungsausschuss der Stadt Zahna-Elster ein.

Vorschlag 22

Christel Westerholz, Niederndodeleben

Christel Westerholz war langjährige Vorsitzende und Mitbegründerin des Heimat- und Kulturvereins Niederndodeleben Schnarsleben e.V. Sie leistete einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Kultur und zur Pflege von Traditionen in der Hohen Börde. Unter ihrer Mitwirkung entwickelte sich der Verein zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Region. Zu den zentralen Aktivitäten gehören die Organisation vielfältiger Veranstaltungen, darunter das Bördehoffest und der „Dorfschätze“-Rundgang.

Vorschlag 25

Heimatverein Nauendorf e.V. – Wir sind eins

Der Heimatverein Nauendorf e.V. hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt und zu einem lebendigen Zentrum des dörflichen Zusammenlebens entwickelt. Ausgangspunkt war die Elterninitiative „EINS – Elterninitiative Nauendorf Spielplatz“, die sich 2022 mit dem Ziel gründete, einen fehlenden Spielplatz im Ort zu realisieren. Was zunächst als Projekt für die Kinder begann, wurde schnell zu einem Impulsgeber für die gesamte Dorfgemeinschaft. Innerhalb kürzester Zeit gelang es durch ehrenamtliches Engagement, Spendenaktionen und viel Eigenleistung, die finanziellen Mittel für den Bau eines hochwertigen, nachhaltigen Spielplatzes zu beschaffen. Noch bevor der Spielplatz fertiggestellt war, wuchs bei den Beteiligten das Bedürfnis, das entstandene Gemeinschaftsgefühl langfristig zu erhalten. Aus diesem Impuls heraus traten viele Aktive dem Heimatverein Nauendorf e.V. bei. 2023 übernahm schließlich eine neue Generation – die Initiatorinnen und Initiatoren der Spielplatzbewegung – den Vereinsvorstand. Seither wird der Verein generationenübergreifend geführt und verbindet erfolgreich neue Ideen mit bestehenden Traditionen. Der Verein organisiert seitdem zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, die nicht nur das Miteinander im Ort stärken, sondern auch die Identifikation mit Nauendorf fördern. Der Heimatverein ist damit ein gelungenes Beispiel für bürgerliches Engagement, gelebte Gemeinschaft und einen erfolgreichen Generationenwechsel im ländlichen Raum.

Vorschlag 28

Ukraine-Hilfe Spergau e.V.

Die Ukraine-Hilfe Spergau ist ein junger Verein, der im Frühjahr 2024 von aus der Ukraine geflüchteten Frauen gegründet wurde. Ziel des Vereins ist es, durch den Verkauf traditioneller Speisen Spenden für humanitäre und militärische Unterstützung in der Ukraine zu sammeln. Die Vereinsvorsitzende Galina Scholz, die bereits seit über 40 Jahren in Deutschland lebt, unterstützt die Gruppe mit ihrem Haus als Treffpunkt und organisatorischem Zentrum. Regelmäßig treffen sich die Frauen in Spergau, um Wareniki – gefüllte Teigtaschen – herzustellen. Diese werden auf Spendenbasis bei Veranstaltungen wie Heimatfesten, Weihnachtsmärkten oder Benefizkonzerten angeboten. Darüber hinaus nehmen sie Bestellungen über soziale Medien entgegen und beliefern Abnehmer in der Region. Der Erlös wird gezielt für Hilfsgüter eingesetzt, etwa für die Anschaffung von Erste-Hilfe-Sets, Medikamenten oder technischer Ausrüstung. Bisher konnten unter anderem vier geländegängige Fahrzeuge für medizinische Zwecke an der Front beschafft werden. Der Verein verbindet praktische Hilfe für die Ukraine mit der Stärkung der ukrainischen Gemeinschaft vor Ort. Die gemeinsamen Aktivitäten schaffen sozialen Zusammenhalt und geben den geflüchteten Frauen eine aktive Rolle im Umgang mit ihrer Situation und dem Krieg in ihrer Heimat.

Vorschlag 31

Simone Pareigis | SHG Leukämie- und Lymphompatienten Halle (Saale)

Simone Pareigis engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten ehrenamtlich im Gesundheitswesen und sozialen Bereich. Sie leitet seit mehr als 22 Jahren eine Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphompatienten und hat in diesem Rahmen zahlreiche Initiativen entwickelt, die Betroffene unterstützen und stärken. Dazu gehören eine Nähgruppe, die praktische Utensilien für krebskranke Menschen herstellt, sowie regelmäßige Backaktionen mit Patienten auf onkologischen Stationen. Außerdem gibt sie die Informationsbroschüre „Ich hab’s im Blut“ heraus, die Betroffenen und Angehörigen Orientierung und Mut geben soll. Über die Gruppenarbeit hinaus engagiert sich Simone Pareigis als Patientenvertreterin auf Landes- und Bundesebene, bringt Anliegen in Gremien und Fachgespräche ein und hält Vorträge auf internationalen Konferenzen. Sie ist aktives Mitglied im Netzwerk All.Can und beteiligt sich an politischen Prozessen zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen. In ihrer Heimatstadt Halle engagiert sie sich im Behindertenbeirat für Inklusion und ist Mitglied im erweiterten Landesausschuss für Ärzte und Krankenkassen. Sie wirkt beim Kältebus mit und unterstützt Obdachlose in Notsituationen. Außerdem organisiert sie Typisierungsaktionen zur Stammzellspende. Simone Pareigis steht für kontinuierliches, vielseitiges und verbindendes Engagement im Gesundheits- und Sozialbereich. Ihr Einsatz ist persönlich motiviert, professionell ausgerichtet und gesellschaftlich wirksam.

Vorschlag 34

SportArt e.V., Magdeburg

SportArt e.V. betreibt im Magdeburger Stadtfeld die M-Trails Magdeburg – eine Dirtbike- und Skateanlage – vollständig auf ehrenamtlicher Basis. Die Freiwilligen haben mit viel Engagement und Herzblut einen Ort geschaffen, an dem junge Menschen willkommen sind – ob mit oder ohne Fortbewegungsmittel. Die Anlage ist durchgehend geöffnet und bietet einen niedrigschwelligen, frei zugänglichen Raum zur Bewegung, zum Treffen und zum Austausch. Regelmäßig veranstaltet SportArt Wettbewerbe und Feste für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Besonders für junge Menschen ist die Anlage ein wichtiger Anlaufpunkt im urbanen Raum, der ihnen Teilhabe, Freizeitgestaltung und ein Gemeinschaftsgefühl ermöglicht. SportArt steht für Eigeninitiative, soziale Verantwortung und lebendige Stadtteilkultur.

Vorschlag 2

Förderverein Kita Spielnest e.V., Magdeburg

Die Johanniter-Kita Spielnest ist ein lebendiger Ort, an dem Kinder in ihrer Persönlichkeit ernst genommen und gestärkt werden. Bis zu 161 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt werden in Krippen- und Kindergartengruppen begleitet. Grundlage ist seit 2021 die Montessori-Pädagogik, die Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und individuelle Entwicklung fördert. Was die Einrichtung besonders auszeichnet, ist das enge Miteinander von Kita-Team, Eltern und dem seit 2021 aktiven Förderverein Kita Spielnest e.V., der nicht nur finanzielle Unterstützung einbringt, sondern vor allem Herz, Zeit und Gemeinschaft. Veranstaltungen wie Osterfeuer, Sommerfeste und Adventsmärkte fördern Gemeinschaft und ermöglichen Projekte wie die „Ackerkita“. Hier lernen Kinder Gemüse anzubauen, Verantwortung zu übernehmen und entwickeln ein Bewusstsein für Natur und Ernährung. Ergänzt wurde das Projekt durch den Bau eines Brunnens zur nachhaltigen Bewässerung und eines neuen Spielhauses, das den Außenbereich weiter aufwertet. Die Johanniter-Kita Spielnest zeigt eindrucksvoll, wie ehrenamtliches Engagement und pädagogische Qualität Hand in Hand gehen können.

Vorschlag 5

Kunstprojekt “100 Boote – 100 Millionen Menschen” | AWO Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. / Ehrenamtsakademie

Das sozialkritische Engagement-Kunstprojekt „100 Boote – 100 Millionen Menschen“ der AWO Sachsen-Anhalt verbindet künstlerischen Ausdruck mit gesellschaftspolitischem Einsatz. Die Boote stehen symbolisch für die Millionen Geflüchteten weltweit. Mit Aktionen, Workshops, Schulprojekten und Installationen regt das Projekt zum Dialog über Flucht, Migration und Menschenrechte an. Über 2.500 Menschen wurden aktiv beteiligt, mehr als 10.000 direkt erreicht und über 50.000 bewegt. Höhepunkte waren die Aktionstage am 20. Juni 2024 in Berlin mit über 2.000 Teilnehmenden und die Präsentation im EU-Parlament im Mai 2025. Über 130 Organisationen, Kommunen und Vereine unterstützten das Projekt, mehr als 55 Schulen beteiligten sich. Die AWO Ehrenamtsakademie setzt so ein starkes Zeichen für Solidarität, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Das Projekt spricht Jugendliche, Kulturschaffende und politische Akteure an – und zeigt, wie Kunst als Ausdruck gesellschaftlicher Verantwortung nachhaltige Wirkung entfalten kann. Es steht beispielhaft für kreatives und mutiges Engagement im Sinne des Reinhard-Höppner-Preises.

Vorschlag 8

Max Schubert, Magdeburg

Max Schubert, angehender Lehrer für Geschichte und Französisch, engagiert sich intensiv bei der Europäischen Jugendbildungsstätte Magdeburg. Er bringt seine Fachkenntnisse und Sprachkompetenz in Projekte der politischen Jugendbildung ein – etwa bei deutsch-französischen Jugendbegegnungen mit der Region Centre-Val de Loire. Dort übernimmt er Planung, Durchführung und Übersetzung zu Themen wie Europawahlen oder Regionalgeschichte. Auch bei Schulprojekttagen im ganzen Land ist er regelmäßig aktiv, mit Fokus auf EU und Demokratie. In der Kinderstadt Ottopia betreut er den Kinderrat und bringt europapolitische Inhalte ein. Zudem engagiert er sich bei den Jungen Europäischen Föderalisten Sachsen-Anhalt. Max Schubert verbindet Fachwissen, pädagogisches Geschick und Leidenschaft. Er begegnet Jugendlichen auf Augenhöhe, vermittelt europäische Themen praxisnah und motivierend – und leistet so einen wichtigen Beitrag zur politischen Bildung in Sachsen-Anhalt.

Vorschlag 11

Sabine Heuer, Haldensleben

Sabine Heuer aus Haldensleben organisiert mit viel Engagement zweimal im Monat das Seniorencafé im EHFA. Es ist zu einem festen Treffpunkt für ältere Menschen geworden. Bei Kaffee, selbstgebackenem Kuchen, Gesprächen, Spielen und Vorträgen entsteht ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Regelmäßig sind auch Gäste aus dem Stadtleben eingeladen, die aus ihrer Arbeit berichten. Zusätzlich leitet Frau Heuer eine Kreativgruppe, die sich einmal im Monat trifft. Mit ihrem Einsatz schenkt sie älteren Menschen Aufmerksamkeit, Gemeinschaft und Freude – und wirkt aktiv der Vereinsamung im Alter entgegen.

Vorschlag 14

Magdeburger Klinikclowns e.V.

Der Verein Magdeburger Klinikclowns e. V. organisiert und unterstützt den regelmäßigen Einsatz von Clownspieler*innen auf Kinderstationen in Krankenhäusern und im Kinderhospiz. Ziel ist es, Kindern in belastenden Situationen durch Humor, Fantasie und Spiel Freude und Erleichterung zu schenken. Die Arbeit des Vereins reicht dabei weit über die Einsätze der Clowns hinaus: Er organisiert Spendenaktionen, betreibt Öffentlichkeitsarbeit, gewinnt Fördermitglieder, hält Vorträge, vernetzt sich mit Partnern und bietet Schnuppertrainings für Interessierte an. Der Verein sucht und bildet neue Klinikclowns aus und begleitet sie auf ihrem Weg. Mit wachsender Zahl der Clownspieler*innen, werden sowohl weitere Spielorte als auch neue Finanzierungswege gesucht, um die Einsätze fair zu vergüten. Der Verein sorgt dafür, dass Krankenhausaufenthalte für Kinder mit positiven Momenten gefüllt werden. Die Clowns schaffen es, Angst und Unsicherheit spielerisch zu begegnen und so nachhaltige Wirkung zu entfalten – mit echtem therapeutischem Wert.

Vorschlag 17

Wir sehen hin e.V., Magdeburg

Der Verein Wir sehen hin e.V. – sexualisierte Gewalt stoppen engagiert sich seit 2021 in Magdeburg gegen sexualisierte Gewalt. Ziel ist es, Aufmerksamkeit für das Thema zu schaffen, gesellschaftliche Tabus abzubauen und Betroffenen eine Stimme zu geben. Kern des Projekts ist die Sammlung und Veröffentlichung anonymisierter Erfahrungsberichte betroffener Personen über den Instagram-Kanal @wirsehenhin_md. Dadurch entsteht ein digitaler Raum, in dem Betroffene erstmals offen über ihre Erfahrungen sprechen können – anonym, sicher und öffentlich sichtbar. Dies fördert das Bewusstsein in der Gesellschaft und wirkt stigmatisierenden Strukturen entgegen. Neben der digitalen Arbeit ist der Verein auch offline aktiv. Er organisiert und beteiligt sich an Workshops, Veranstaltungen und Ausstellungen, u. a. zu Themen wie Selbstbehauptung, Grenzsetzung und Prävention. Kooperationspartner sind unter anderem Wildwasser Magdeburg e.V. sowie lokale Bildungseinrichtungen. Auch auf Veranstaltungen wie CampusPride oder dem Studieninfotag der Universität Magdeburg ist der Verein mit Infoständen präsent. Besonders zeichnet den Verein der lokale Fokus und die konsequente Betroffenenperspektive aus. Durch niedrigschwellige, alltagsnahe Angebote schafft Wir sehen hin e.V. einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung eines häufig verdrängten Themas – und macht deutlich: sexualisierte Gewalt ist kein Einzelfall, sondern gesellschaftliche Realität.

Vorschlag 20

Torsten Barwig | Repaircafé Hohe Börde

Torsten Barwig ist ehrenamtlicher Leiter des Repaircafés Hohe Börde und treibende Kraft hinter dessen Erfolg. Seit der Gründung 2023 ist er maßgeblich am Aufbau und der Organisation beteiligt und investiert wöchentlich viel Zeit und handwerkliches Können – insbesondere bei der Reparatur von Kaffeemaschinen. Unter seiner Leitung entwickelte sich das Repaircafé seit Mai 2024 zu einem nachhaltigen Erfolgsprojekt mit über 350 Reparaturen im ersten Jahr. Besonders wichtig sind ihm Umweltbewusstsein und Wissensvermittlung: Er organisiert Aktionen mit Kindern aus Kitas und Horten, um handwerkliche Fähigkeiten spielerisch zu vermitteln. 2025 wurde das Angebot um ein Nähcafé erweitert, in dem Kleidung repariert wird. Heute engagieren sich über 30 Ehrenamtliche – ein Beweis für die Wirkung seines Engagements. Weitere Projekte wie Workshops und ein Fahrrad-Reparaturservice sind bereits in Planung.

Vorschlag 23

Dr. Klaus Reymann, Niederndodeleben

Seit 2022 engagiert sich Dr. Klaus Reymann im Rahmen der „Ukrainehilfe Hohe Börde“ für eine gelungene Willkommenskultur für Geflüchtete aus der Ukraine in der Hohen Börde ein. Für sein außerordentliches und zeitintensives Engagement wird Klaus Reymann von Geflüchteten und Aktionspartnern gleichermaßen geschätzt. Mit regelmäßigen Fragerunden zum Alltag bot Klaus Reymann ein niedrigschwelliges Angebot zum Austausch und erleichterte vielen Geflüchteten das „Ankommen und Einleben“ in Deutschland. Auch bei der Herrichtung von Wohnungen sowie Koordinierung, Transport und Aufbau von Sachspenden packte er stehts mit an.

Vorschlag 26

Sternfreunde Planetarium Merseburg e.V.

Am 30.09.2010 wurde der Verein „Sternfreunde Planetarium Merseburg e.V.“ als Bildungsverein gegründet. Vereinsmitglieder und andere an Astronomie und Raumfahrt interessierte Personen treffen sich zu selbst organisierten Veranstaltungen. Der Verein verfolgt das Ziel, durch die Nutzung des Planetariums Merseburg naturwissenschaftliche und technische Bildungsinhalte zu vermitteln. Die Angebote richten sich an die breite Öffentlichkeit. Allein von Januar bis Juli 2025 fanden 28 verschiedene Veranstaltungen statt – darunter Fulldome-Präsentationen, Vorträge sowie die traditionelle Beobachtung der Sommersonnenwende im Sonnenobservatorium Goseck. Ziel ist es, insbesondere in den Bereichen Astronomie und Raumfahrt Wissen zu vermitteln und die Allgemeinbildung zu stärken. Spezielle Programme für Kinder und Jugendliche zielen zusätzlich auf die Förderung naturwissenschaftlich-technischen Nachwuchses ab. Schulen werden hierfür passende Fulldome-Shows angeboten, die sich fächerübergreifend in den Unterricht integrieren lassen. Ergänzend bietet der Verein die Arbeitsgemeinschaft „Weltraumdetektive“ für interessierte Kinder an.

Vorschlag 29

Kinder- und Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Magdeburg-Rothensee

Die Kinder- und Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Magdeburg-Rothensee bietet ein vielseitiges und attraktives Ausbildungs- und Freizeitprogramm für Kinder (6–10 Jahre) und Jugendliche (11–16 Jahre). Dabei werden sie von Kamerad*innen der Einsatzabteilung betreut, ausgebildet und gezielt auf den späteren Dienst in der (Jugend-)Feuerwehr vorbereitet. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung – wie Knoten-, Fahrzeug- oder Gerätekunde – nehmen die Kinder und Jugendlichen regelmäßig an abwechslungsreichen Aktivitäten teil. Die Kamerad*innen leisten ganzjährig ehrenamtlich eine herausragende und verlässliche Kinder- und Jugendarbeit im Bereich Feuerwehr. Besonders hervorzuheben ist die kreative Gestaltung der Angebote, etwa durch einen Berufsfeuerwehrtag für Jugendliche oder die einfühlsame Begleitung der Jüngsten bei ihren ersten Feuerwehr-Erfahrungen. Dieses Engagement verdient große Anerkennung und öffentliche Sichtbarkeit, da es nicht nur zur Nachwuchsgewinnung beiträgt, sondern auch ein starkes Gemeinschaftsgefühl und selbstbewusstes Aufwachsen fördert.

Vorschlag 32

Jana Krämer, Sangerhausen

Jana Krämer engagiert sich im Bereich Mobilität und Bewegung für Seniorinnen und Senioren, insbesondere für Menschen, die im Alltag auf einen Rollator angewiesen sind. Ihr Ziel ist es, Unsicherheiten im Umgang mit dem Hilfsmittel abzubauen, Selbstständigkeit zu fördern und soziale Isolation zu vermeiden. Sie entwickelte das Projekt „Rollatorführerschein“, in dem ältere Menschen lernen, sicher mit dem Rollator umzugehen – etwa beim Ein- und Aussteigen im Bus oder beim Gehen auf verschiedenen Untergründen. Daraus entstanden weitere Angebote: ein Rollator-Club, eine Rollator-Tanzgruppe, eine Sportgruppe sowie ein jährlicher Rollator-Aktionstag in Zusammenarbeit mit der Stadt Sangerhausen und verschiedenen Partnern. Gemeinsam mit dem CJD Sangerhausen und der AWO initiierte sie den Bau eines Rollator-Parcours. Aktuell arbeitet sie am Aufbau einer Selbsthilfegruppe für Rollatornutzer. Jana Krämer zeichnet sich durch hohe Eigeninitiative, Kreativität und Umsetzungsstärke aus. Sie bringt verschiedenste Akteure zusammen, arbeitet ehrenamtlich und hat eigene Mittel eingesetzt, etwa zur Finanzierung ihrer Qualifikation als Rollatortanz-Trainerin. Ihr Engagement verbessert die Lebensqualität vieler älterer Menschen und trägt zu mehr Teilhabe und Bewegung im Alltag bei.

Vorschlag 3

Rund um den See e.V., Arendsee

Rund um den See e.V. ist ein junger Verein aus Arendsee, der 2022 aus dem „Yoga-Rundweg“ und dem „Lebendigen Adventskalender“ hervorging. Etwa 45 Mitglieder engagieren sich für eine lebenswerte, gemeinschaftlich gestaltete Region durch Projekte in Kultur, Bewegung, Teilhabe und nachhaltigem Tourismus. Der Yoga-Rundweg lädt mit 19 Schildern rund um den Arendsee zur aktiven Entspannung in der Natur ein. Ein kunstvolles Mosaik ziert das Strandbad. Für Barrierefreiheit sorgen zwei Wasserrollstühle, die Menschen mit körperlichen Einschränkungen sicheren Zugang zum See ermöglichen – kostenlos dank Aktion Mensch und lokaler Partner. An 30 Sitzbänken in der Gemeinde wurden Notfallschilder mit GPS-Ortung angebracht, um im Ernstfall schnelle Hilfe zu gewährleisten. Der Geschichtenwanderweg führt mit Tafeln und QR-Codes zu sagenhaften Schauplätzen rund um Arendsee und vermittelt Mythen, Historisches und Kurioses. Jährlich findet ein Yoga-Tag mit Kursen, Workshops, Konzerten und Naturerlebnissen sowie in der Adventszeit der Lebendige Adventskalender mit Begegnungen im Ort statt. Die in Entwicklung befindliche Gemeindekompass-App soll als digitale Plattform für lokale Infos und Angebote dienen. Trotz seines jungen Bestehens hat der Verein durch außergewöhnliches Engagement zahlreiche Mitglieder gewonnen und die regionale Entwicklung positiv mitgestaltet. Er zeigt beispielhaft, wie persönliche Begeisterung Gemeinschaft stiften und Menschen zu aktivem Einsatz für das Gemeinwohl motivieren kann – besonders wertvoll im ländlichen Raum der Altmark.

Vorschlag 6

Menschenzauber e.V., Magdeburg

Menschenzauber e.V. aus Magdeburg ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2018 kostenlose Fotoshootings für Menschen in schwierigen Lebenslagen anbietet. Mit Kostümen, Kinderschminke und viel Herz schafft das ehrenamtliche Team unvergessliche Momente für Kinder und Erwachsene mit Krankheit, Behinderung oder sozialen Herausforderungen. Ziel ist es, Freude, Selbstwert und Hoffnung zu schenken. Durch kreative, individuell gestaltete Kulissen macht Menschenzauber Menschen sichtbar, die im Alltag oft wenig Beachtung finden, und stärkt ihr Selbstwertgefühl mit professioneller Fotografie.

Vorschlag 9

Dorfförderverein Selbitz e.V.

Im kleinen Ort Selbitz, einem 300-Einwohner-Dorf bei Kemberg im Landkreis Wittenberg, zeigt sich, was möglich ist, wenn Menschen gemeinsam Verantwortung für ihr Lebensumfeld übernehmen. Der Dorfförderverein Selbitz e.V. setzt mit großem ehrenamtlichem Engagement konkrete Projekte um: Spielplätze werden gebaut, Parkbänke errichtet und regelmäßige Begegnungsmöglichkeiten geschaffen. Überregional bekannt ist der Verein auch für seine vielfältigen Dorffeste, die das Gemeinschaftsgefühl stärken. Eine treibende Kraft vor Ort ist Anja Grabolla – Rückkehrerin, ehrenamtliche Ortsbürgermeisterin und kulturell aktiv als Musikerin und Chorsängerin. Ihr Engagement steht beispielhaft für viele im Dorf, die sich mit Energie und Kreativität für ein lebendiges, offenes Miteinander einsetzen. In Selbitz entsteht durch dieses Wir-Gefühl ein Ort echter Gemeinschaft.

Vorschlag 12

Projekt: Seelenpaten - Patenschaften für Kinder psychisch erkrankter Eltern | Trägerwerk Soziale Dienste in Sachsen-Anhalt GmbH, Halle (Saale)

Das Projekt „Seelenpat*innen“ richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 2 und 18 Jahren, die mit mindestens einem psychisch erkrankten Elternteil aufwachsen – in Deutschland betrifft das rund 3,5 Millionen junge Menschen. Studien zeigen, dass zwei von drei dieser Kinder im Laufe ihres Lebens selbst psychisch erkranken. Besonders gefährdet sind Kinder alleinerziehender, erkrankter Eltern, die oft mit ihren Sorgen und Ängsten allein bleiben. Um diesen Kindern frühzeitig Schutz und Stabilität zu bieten, vermittelt das Projekt ehrenamtliche Pat*innen, die wöchentlich verlässlich Zeit mit ihrem Patenkind verbringen – mindestens ein Jahr lang. Sie übernehmen keine therapeutische Rolle, sondern sind empathische, stabile Bezugspersonen, die zuhören, stärken und Freude schenken. Die gemeinsamen Aktivitäten – z. B. Basteln, Backen, Spielen, Besuche in Kino, Museum oder Bibliothek – werden individuell gestaltet und über Spendengelder finanziert. Monatlich darf zudem eine größere Unternehmung im Wert von ca. 20 € geplant und abgerechnet werden. Aktuell engagieren sich 29 Ehrenamtliche in dieser Funktion. Sie bringen Ausdauer, Toleranz und ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen mit, um im oft belasteten Alltag der Kinder einen geschützten, positiven Raum zu schaffen. Die Wirkung ist belegt: Kinder, die sich mitteilen können, Wertschätzung erfahren und mindestens eine verlässliche Bezugsperson außerhalb der Familie haben, entwickeln eine deutlich höhere seelische Widerstandskraft. Das Projekt fördert so aktiv die psychische Gesundheit betroffener Kinder und setzt auf frühzeitige, niedrigschwellige Prävention – mit Engagement, Menschlichkeit und echter Wirkung.

Vorschlag 15

Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V., Stapelburg

Die Kinderhilfe für Siebenbürgen e.V., gegründet 2003 von Jenny Rasche, engagiert sich seit über 20 Jahren nachhaltig für benachteiligte Kinder – insbesondere Roma-Kinder – in Rumänien. Aus persönlichem Engagement entstanden, steht das Projekt beispielhaft für langjährigen, ehrenamtlichen und grenzüberschreitenden Einsatz. Der ganzheitliche Ansatz umfasst Bildung, soziale Integration, familiäre Stabilität sowie materielle und medizinische Grundversorgung. Kernstück ist das „Pippi Langstrumpf“-Haus in Sura Mare, das seit 2007 bis zu 175 Kinder mit Essen, Hygiene, Hausaufgabenhilfe, kreativen Angeboten und psychologischer Unterstützung betreut. Zusätzlich betreibt der Verein sieben Kinderhäuser für rund 60 Pflegekinder mit einem Team aus 27 Fachkräften. Zweimal jährlich werden Großtransporte mit bis zu 40 Tonnen Hilfsgütern, darunter Kleidung, Lebensmittel und über 700 Weihnachtspakete, organisiert. Die Bildungsförderung umfasst Stipendien für Abiturienten und Auszubildende – allein 2021 für 50 Jugendliche und 6 Studierende. Auch die Wohnsituation wird verbessert: Der Verein hat kleine Häuser mit sanitären Anlagen für über 380 Familien gebaut und liefert regelmäßig Feuerholz. Medizinische Grundversorgung und Verhütungsprogramme ergänzen die Hilfe. Zudem werden Ferienlager und Kulturprojekte unterstützt, z. B. eine Freizeit 2010 im Harz, um Kindern kulturelle Erfahrungen zu ermöglichen. Die Erfolge sind deutlich sichtbar: Roma-Kinder schaffen Schulabschlüsse, leben gesünder, wohnen sicherer und übernehmen Verantwortung in ihren Siedlungen. Die Arbeit wurde vielfach anerkannt, etwa durch die ARD-Reportage „Jenny und die Roma-Kinder“ oder die EU-Auszeichnung „Woman of Europe“ für Jenny Rasche (2021).

Vorschlag 18

"Strahlende Kinderaugen" Elster (Elbe) e.V.

Der Verein Strahlende Kinderaugen Elster (Elbe) e.V. wurde 2019 gegründet, um Kinder- und Jugendangebote im Ortsteil Elster (Elbe) der Stadt Zahna-Elster zu fördern. Ursprünglich lag der Fokus auf der Unterstützung des Jugendclubs „Zuflucht“ sowie der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Inzwischen hat sich die Vereinsarbeit stark ausgeweitet. Ein zentrales Projekt ist das jährlich stattfindende Sommer-Zeltlager, das seit 2015 organisiert wird und mittlerweile eine so große Nachfrage hat, dass die vorhandenen Plätze nicht ausreichen. Der Verein übernimmt dabei die gesamte Organisation: Programmgestaltung, Verpflegung und Logistik. Die Betreuerinnen und Betreuer engagieren sich ehrenamtlich und nehmen teilweise extra Urlaub, um die Kinder begleiten zu können. Darüber hinaus setzt der Verein gemeinsam mit dem Jugendclub und der Freiwilligen Feuerwehr Elster auch Umweltprojekte um. Eine besondere Aktion war das Pflanzen von Osterglocken und Krokussen in den Straßeninseln von Elster, mit dem Ziel, Bienen und anderen Insekten Nahrung zu bieten und gleichzeitig das Ortsbild aufzuwerten. Auch diese Aktionen binden Kinder und Jugendliche aktiv mit ein. Der Verein lebt vom Engagement vieler Ehrenamtlicher aus dem Ort und zeichnet sich durch einen agilen Vorstand aus, der ein breites Netzwerk pflegt und stetig Unterstützer gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die Jugendclubleiterin Sabine Hoffmann, die weit über ihre offizielle Tätigkeit hinaus ehrenamtlich tätig ist, u.a. auch in der Ukrainehilfe (Sumy-Hilfe).

Vorschlag 21

Eric Berger, Groß Santersleben

Eric Berger engagiert sich ehrenamtlich in verschiedenen Projekten im Bereich Nachhaltigkeit, Regionalität und Klimaschutz in der Region Hohe Börde. Er betreut die Streuobstwiese im Hermsdorfer „Naschgarten“ und trägt zur Pflege und Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften bei. Zudem ist er Mitinitiator des Bornstedter Streuobstfestes, das jährlich stattfindet und durch den Einsatz einer mobilen Saftpresse regionale Bedeutung erlangt hat. Neben der Organisation von Baumschnittkursen vermittelt er sein Wissen auch an Kinder, zum Beispiel im Rahmen von praxisorientierten Gartenscheren-Kursen für Hortgruppen in Hermsdorf und Irxleben. Darüber hinaus ist Eric Berger aktives Mitglied der Klimaschutzinitiative „Klimaregion Hohe Börde“ sowie des Freiwilligenbüros „aktive hohe börde“. Dort wirkt er an verschiedenen Umweltprojekten mit, unter anderem bei Baumpflanzungen und der Betreuung von Baumpatenschaften.

Vorschlag 24

Umweltzentrum Ronney e.V., Walternienburg

Das Umweltzentrum Ronney e.V. ist eine seit 1986 bestehende Einrichtung im Biosphärenreservat Mittelelbe, die sich auf Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung spezialisiert hat. Es verbindet Bildung, Naturerleben und praktischen Umweltschutz auf einem naturnahen Gelände, das Streuobstwiesen, Auenwiesen, einen Bauerngarten sowie einen Teich mit Unterwasserbeobachtungspunkt umfasst. Ziel des Vereins ist es, Menschen aller Altersgruppen – insbesondere Kinder und Jugendliche – für Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren und Handlungskompetenz für nachhaltiges Leben zu vermitteln. Die Bildungsangebote orientieren sich am Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und reichen von Schulprojekten über Ferienprogramme bis hin zu Workshops zu Themen wie Naturkosmetik, nachhaltigem Kochen oder dem Bau von Nisthilfen. Dabei wird stets auf einen ganzheitlichen, handlungsorientierten Lernansatz gesetzt, der unmittelbare Naturerfahrung mit Reflexion über Konsumverhalten, globale Zusammenhänge und ökologische Verantwortung verbindet. Das Umweltzentrum engagiert sich außerdem praktisch im Natur- und Klimaschutz, z. B. durch Pflanzaktionen, Pflegearbeiten in der Elbaue und Förderung der Artenvielfalt. Als außerschulischer Lernort ist das Zentrum ein beliebter Anlaufpunkt für Schulklassen, Bildungsurlauber und Gruppen aus der Region und darüber hinaus. Nachhaltigkeit wird im eigenen Alltag vorgelebt – etwa durch eine Photovoltaikanlage, Kompostierung, eine eigene Kläranlage mit Schönteich und den regionalen Einkauf von Lebensmitteln. Durch seine langjährige Erfahrung, die starke regionale Verwurzelung und die kontinuierliche Weiterentwicklung ist das Umweltzentrum Ronney ein bedeutender Akteur für Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung in Sachsen-Anhalt.

Vorschlag 27

benvivo gGmbH, Burg

Die benvivo gGmbH betreibt im Zentrum der Stadt Burg den sogenannten Kulturturm – ein fünfstöckiges, liebevoll saniertes Gebäude, das seit Anfang 2021 als lebendiger Treffpunkt für alle Generationen dient. Ziel ist es, das soziale, gemeinschaftliche und generationsübergreifende Miteinander zu fördern und das Leben in Burg vielseitig zu bereichern. Im Kulturturm finden regelmäßig Veranstaltungen, Kurse und offene Formate statt – darunter Leseförderung, kulturelle Bildung, Bewegung, kreative Entfaltung, Dialogformate und soziale Unterstützung. Das Programm entsteht aus den Ideen der Menschen vor Ort: Gemeinsam mit einem Netzwerk von rund 70 ehrenamtlich Engagierten setzt benvivo diese vielfältigen Programme um – inklusiv, niederschwellig und generationenübergreifend. Das Projekt wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem 3. Platz beim Demografiepreis Sachsen-Anhalt 2022, in der Kategorie „gesellschaftlicher Zusammenhalt stärken“. Benvivo begleitet außerdem das Engagementzentrum „Mit-Machen in guter Nachbarschaft“, berät Ehrenamtliche und vermittelt Kontakte zwischen Menschen und lokalen Organisationen.

Vorschlag 30

Beirat des Alten- und Seniorenzentrums Herz ASZ im Bürgerhaus Kannenstieg, Magdeburg

Das HERZ-ASZ ist eine Begegnungsstätte für Menschen ab 55 Jahren, die vielfältige Angebote in den Bereichen Beratung, Bildung und Kultur bietet. Die Teilnehmenden treffen sich in Arbeitsgruppen und nehmen an rund 30 Kursen teil, darunter Sport, kreatives Gestalten, Handarbeit und Gedächtnistraining. Monatlich gibt es wechselnde thematische Veranstaltungen zu wichtigen Themen wie Vorsorgevollmacht, Demenz, Pflege oder Erste-Hilfe sowie gemeinsames Kochen, Buchlesungen und jahreszeitliche Feste. Hinter dem HERZ-ASZ steht ein engagierter Beirat, bestehend aus erfahrenen Mitstreiterinnen wie Frau Nonn, Frau Backhaus, Frau Lassig, Frau Spring, Frau Meinecke, Frau Hesse, Frau Fiedler, Frau Stucke und Frau Sacher. Sie treffen sich seit über 26 Jahren monatlich zur Planung und Auswertung der Veranstaltungen, unterstützen aktiv bei der Organisation, Betreuung der Gruppen und kümmern sich um das Wohl der Teilnehmenden. Der Seniorinnenbeirat ermöglicht durch seine umfassende Unterstützung eine hohe Selbstorganisation der Seniorinnen, was zur selbstbestimmten Gestaltung ihres Alltags beiträgt. So werden Vereinsamung im Alter effektiv bekämpft, Gemeinschaft gestärkt und Selbstbestimmtheit gefördert. Die Mitglieder des Beirats sind die „guten Seelen“ des HERZ-ASZ, da sie stets ein offenes Ohr haben und bei Bedarf soziale Unterstützung vermitteln.

Vorschlag 33

Ipse excitare e.V.

Der Verein Ipse excitare e.V. wurde 2016 gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Dorfleben im kleinen Ort Ipse (Ortsteil von Gardelegen) neu zu beleben. Was mit lokalen Aktivitäten begann, hat sich inzwischen zu einem regional wirksamen Netzwerkentwickler entwickelt. Der Verein initiiert und begleitet Kultur-, Natur- und Strukturprojekte in der gesamten Altmark. Zu den bekanntesten Projekten zählen: das Lichtblütenfestival, das ländliche Kulturorte durch Lichtinstallationen, Kunst und Kulinarik miteinander verbindet; der Reformationsradweg, der auf kulturelle und historische Spuren der Reformation aufmerksam macht sowie Projekte wie die „altmärkischen ökologischen Kleinstnischen“, die Natur- und Kulturräume nachhaltig erfahrbar machen. Ipse excitare e.V. versteht sich als Impulsgeber und Projektträger: Der Verein identifiziert Ideen, knüpft Netzwerke und organisiert Fördermittel für die Umsetzung. Auch unterstützende Tätigkeiten wie etwa bei der Restaurierung der Hirschskulptur im Schlosspark Krumke oder der Wiederherstellung der Wasserwirtschaft im Gutspark Krevese gehören zum Engagement. Vor Ort in Ipse bringt der Verein Menschen zusammen, fördert Gemeinschaft und gewinnt kontinuierlich neue Mitglieder. Dabei steht nicht der eigene Vorteil, sondern das Gemeinwohl im Mittelpunkt. Unter dem Motto „Geben statt nehmen“ verfolgt Ipse excitare eine offene, solidarische Haltung: Es zählt, was anderen hilft – auch ohne direkte Gegenleistung. Auszeichnungswürdig ist der Verein wegen seines nachhaltigen, kreativen und uneigennützigen Engagements für die kulturelle Belebung des ländlichen Raums. Er arbeitet praxisnah, ideenreich und mit messbarem Einfluss über die Grenzen des Dorfes hinaus.